GESCHLECHTERSENSIBLE MEDIZIN (GSM+) MIT HOCHSCHULAMBULANZ

Gesundheitsökonomische Studie zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement

Prospektive Studie zur gesundheitsökonomischen Begleitung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité-Universitätsmedizin Berlin und der Abteilung für Arbeitsmedizin (GB des BMVg) des Sanitätsdienst der Bundeswehr begleite ich das Projekt von wissenschaftlicher Seite mit einem besonderen Schwerpunkt zu den Effekten und Barrieren von Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) getrennt nach dem Geschlecht unter Berücksichtigung weiterer Diversitätsfaktoren.

 

Hintergrund

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist ein Ansatz zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Beschäftigten. Es umfasst die Aspekte gesunde Arbeitsbedingungen, Erhaltung und Verbesserung der körperlichen und geistigen Gesundheit. Die Bundeswehr setzt verstärkt auf die Umsetzung von gesundheitsfördernden Maßnahmen. Investitionen in die Gesundheit und die Schaffung von gesundheitsfördernden Arbeitsbedingungen sollen die Gesundheit der Beschäftigten fördern und krankheitsbedingte Kosten reduzieren.

Methodik

Das primäre Ziel dieser Studie ist es, die gesundheitsökonomischen Kennzahlen zu berechnen. Wissenschaftlich interessiert uns darüber hinaus, das Auftreten und die Entwicklung von Krankheiten im Zusammenhang mit Arbeitsunfähigkeitstagen zu bewerten und Effekte und Barrieren von Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) getrennt nach dem Geschlecht unter Berücksichtigung weiterer Diversitätsfaktoren zu erforschen. In einer prospektiven Längsschnittbeobachtungsstudie werden Daten zu drei Zeitpunkten in allen Dienststellen der Bundeswehr (Bw) in Deutschland erhoben. Mittels eines Vorher-Nachher-Vergleichs wird untersucht, ob BGM-Maße als Prädiktoren für Endpunkte wie Arbeitszufriedenheit, Arbeitsunfähigkeitstage und qualitätsangepasste Lebensjahre (Quality Adjusted Life Years – QALY) in Frage kommen. Für die Datenerhebung werden zwei verschiedene Datenquellen verwendet: 1. eine Mitarbeiterbefragung zur Erfassung selbstberichteter Endpunkte, 2. die Berichterstattung der Abteilungen über objektiv berichtbare Endpunkte.

Ergebnisse

Zu drei Erhebungszeitpunkten T0, T1 und T2 werden die Inanspruchnahme von BGM-Maßnahmen, die Arbeits- und Verwendungsunfähigkeitstage (AU / VU), Fragen zu körperlichen und psychischen Belastungen sowie die subjektive Einschätzung der Beschäftigten bzgl. qualitativer Variablen ausgewertet und analysiert. Bei Teilnehmenden (TN) aller drei Zeitpunkte (mittels identisch personalisierten Codes identifiziert), ist es möglich, den zeitlichen Verlauf darzustellen.

Diskussion

Eine Limitation der Studie besteht darin, dass die Corona-Pandemie-Situation bei T0 berücksichtigt werden muss. Die Daten der Studie werden nach Abschluss aller drei Befragungszeiträume (Juni 2025) ausgewertet.

 

Bundeswehr

Zudem entsprechen die ausgewerteten AU/VU-Tage den nationalen Durchschnittswerten für AU-Tage (14,8 Tage im Jahr 2022) gemäß Destatis (2024).

Es handelt sich um komplexe Interventionen, die die Bw-Angehörigen erhalten. Sie unterscheiden sich jedoch sowohl im Angebot zwischen einzelnen Dienststellen (DS) als in deren Verfügbarkeit und Bereitstellung. Die häufigsten angebotenen Maßnahmen stammen aus dem Bereich Bewegung/Sport, gefolgt von Stressprävention und Aus- und Weiterbildung, bspw. (Bundesministerium für Bundesministerium für Verteidigung, 2016):

  • Funktionelles Training
  • Kräftigungsgymnastik (mit / ohne Gerät)
  • Rückenfitness / Rückenschule
  • Ausdauertraining
  • Lauftraining
  • Aquajogging / Aquafitness
  • Stressbewältigung
  • Entspannungstraining
  • Ernährungsberatung
  • Weiterentwicklung / Anpassung eines BGM-Handbuchs des ADAC mit Verhaltenstipps und einfach durchzuführenden körperlichen Übungseinheiten am Dienst-Kfz,
  • Beschaffung einer „Bewegungsstraße TOGU“: fünf Bewegungsstationen für aktive Pausengestaltung sowie flexibler, schneller und ortsungebundener Nutzung durch Einzelpersonen ohne Rückgriff auf Sport-Infrastruktur
  • wöchentliche Indoor-Cycling-Kurse

Projektteam: Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie - Charité - Universitätsmedizin Berlin

Letzte Änderung: 04.02.2025 - Ansprechpartner:

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